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LernenMathematikSekundarstufe IIPrüfungsvorbereitungFormelübersicht Stochastik

Themenübersicht

Formelübersicht Stochastik

Die Formelübersicht ordnet die wichtigsten Regeln für Wahrscheinlichkeiten, Verteilungen und Tests.

MathematikSekundarstufe II

Lernweg

Theorie
verstehen
Beispiele
nachvollziehen
Selbst
rechnen

Lernschritt

Theorie verstehen

μ
Illustration zu Formelübersicht Stochastik

Stochastikformeln vom Ereignis her auswählen

Beginne mit dem Ereignis und den Modellbedingungen. Bedingte Wahrscheinlichkeiten verkleinern den Bezugsraum; die Binomialverteilung zählt Treffer in unabhängigen Wiederholungen; die Normalverteilung arbeitet mit standardisierten Abständen.

P(A∣B)=P(B)P(A∩B)​P(X=k)=(kn​)pk(1−p)n−k
E(X)=npσ=np(1−p)​z=σx−μ​

Kumulative Formulierungen übersetzt du vor dem Rechnen: P(X≥k)=1−P(X≤k−1).

Merke

Formelwahl beginnt mit der Frage: Einzelpfad, Bedingung, Trefferzahl, kumulierter Bereich oder standardisierter Messwert?

Prüfungsablauf: Die folgenden Schritte bilden eine zusammenhängende Rechnung. Schreibe jeweils zuerst den mathematischen Ansatz und setze danach die Werte ein.

1. Ereignis mathematisch festlegen: Definiere X und schreibe die gesuchte Aussage als Menge beziehungsweise Ungleichung, bevor du eine Formel auswählst.

X=TrefferzahlA={X=k} oder A={X≥k}

2. Wahrscheinlichkeitsmodell auswählen: Ein Baum beschreibt aufeinanderfolgende Bedingungen; die Binomialverteilung eine Trefferzahl; die Normalverteilung kontinuierliche oder approximierte Werte.

P(A∩B)=P(A)P(B∣A)
X∼B(n,p)Y∼N(μ,σ)

3. Parameter und Voraussetzungen prüfen: Berechne Kennwerte und prüfe vor einer Normalapproximation, ob beide erwarteten Randgruppen ausreichend gross sind.

μ=npσ=np(1−p)​
np≥10undn(1−p)≥10

4. Grenzen und Formel einsetzen: Übersetze mindestens und höchstens ohne Randfehler. Bei einer Normalapproximation verschiebt die Stetigkeitskorrektur die Grenze um 0,5.

P(X≥k)=1−P(X≤k−1)
P(X≥k)≈P(Y≥k−0,5)z=σk−0,5−μ​

5. Ergebnis prüfen und deuten: Die Wahrscheinlichkeit muss im Einheitsintervall liegen und ihre Grössenordnung zum Abstand vom Erwartungswert passen.

0≤P(A)≤1∣x−μ∣=zσ

Typischer Fehler

P(A∣B) und P(B∣A) sind verschieden. Bei mindestens k gehört k zum Ereignis, beim Gegenereignis endet der Bereich deshalb bei k−1.

Eine vollständige Abgabe enthält: Ereignisdefinition, Modellbegründung, Parameter, korrekter Wahrscheinlichkeitsausdruck, Rechnung und eine auf die Fragestellung bezogene Deutung.

Das lernst du

  • •Ordne bedingte, binomiale und normalverteilte Aufgaben der passenden Formel zu.
  • •Berechne Trefferwahrscheinlichkeiten und Kennwerte.
  • •Übersetze kumulative Ereignisse ohne Randfehler.

Lernschritt

Beispiele nachvollziehen

Musteraufgabe 1

Einfach

Binomialmodell vollständig auswerten

Für X∼B(5,0,4): Bestimme P(X=2), E(X) und σ.

  1. 1Einzelwahrscheinlichkeit

    P(X=2)=(25​)0,420,63=0,3456
  2. 2Erwartungswert

    E(X)=5⋅0,4=2
  3. 3Standardabweichung

    σ=5⋅0,4⋅0,6​=1,2​≈1,095

Ergebnis

P(X=2)=0,3456,E(X)=2,σ≈1,095

Musteraufgabe 2

Mittel

Bedingte Wahrscheinlichkeit

Es gilt P(A∩B)=0,12 und P(B)=0,30. Bestimme P(A∣B).

  1. 1Formel

    P(A∣B)=P(B)P(A∩B)​
  2. 2Einsetzen

    0,300,12​
  3. 3Resultat

    P(A∣B)=0,40

Ergebnis

40%

Lernschritt

Selbst rechnen

Aufgabe 1

Einfach

Bedingte Wahrscheinlichkeit

Berechne P(A∣B) für P(A∩B)=0,08 und P(B)=0,20.

Aufgabe 2

Einfach

Standardisieren

Berechne z für x=65, μ=50, σ=5.

Aufgabe 3

Mittel

Standardabweichung binomial

Für X∼B(100,0,09): Berechne σ (auf 2 Dezimalen gerundet).

Aufgabe 4

Mittel

Gegenereignis

Welche Umformung ist für «mindestens k» bei ganzzahligem X korrekt?

Aufgabe 5

Anspruchsvoll

Binomial oder Normal?

n=400, p=0,5. Gesucht: P(X≥210).

  • a) Prüfe, ob Normalapproximation sinnvoll ist.
  • b) Approximiere P(X≥210).
  • c) Nenne μ und σ.
  • d) Begründe Modell und Formelwahl, kontrolliere die Ereignisgrenzen und beurteile die Wahrscheinlichkeit anhand der Kennwerte auf Plausibilität.

Aufgabe 6

Anspruchsvoll

Bernoulli-Kette vollständig

X∼B(8,0,25)
  • a) P(X=2).
  • b) P(X≤1).
  • c) E(X) und Varianz.
  • d) Begründe Modell und Formelwahl, kontrolliere die Ereignisgrenzen und beurteile die Wahrscheinlichkeit anhand der Kennwerte auf Plausibilität.

Aufgabe 7

Anspruchsvoll

Bayes und Binomial kombiniert

P(Defekt)=0,03. Nach positivem Test (Sensitivität 0,97, Falsch positiv 0,05): wie gross ist P(X≥1Defekt in 10 Teilen)?

P(D|T⁺)ABA ∩ B
  • a) Bestimme P(Defekt∣Test+) mit Bayes.
  • b) Modelliere 10 unabhängige Teile mit aktualisiertem p.
  • c) Berechne P(mindestenseinDefekt).
  • d) Begründe Modell und Formelwahl, kontrolliere die Ereignisgrenzen und beurteile die Wahrscheinlichkeit anhand der Kennwerte auf Plausibilität.

Aufgabe 8

Anspruchsvoll

Konfidenzintervall deuten

95%-KI für Anteil: [0,42; 0,58], n=200.

0,50±0,08up̂o
  • a) Bestimme den Stichprobenanteil.
  • b) Interpretiere das Intervall in Worten.
  • c) Kann p=0,50 mit 95% Konfidenz ausgeschlossen werden?
  • d) Begründe Modell und Formelwahl, kontrolliere die Ereignisgrenzen und beurteile die Wahrscheinlichkeit anhand der Kennwerte auf Plausibilität.