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LernenMathematikSekundarstufe IIFunktionen und AlgebraPolynomfunktionen

Themenübersicht

Polynomfunktionen

Polynomfunktionen werden durch ihre Potenzen, Nullstellen und ihr Verhalten für grosse x-Werte geprägt.

MathematikSekundarstufe II

Lernweg

Theorie
verstehen
Beispiele
nachvollziehen
Selbst
rechnen

Lernschritt

Theorie verstehen

f(x) = x³ − 2xxy
Illustration zu Polynomfunktionen

Polynomfunktionen untersuchen

Eine Polynomfunktion ist eine Summe nichtnegativer ganzzahliger Potenzen von x. Ihr Grad ist der höchste Exponent mit einem von null verschiedenen Koeffizienten.

p(x)=an​xn+an−1​xn−1+⋯+a1​x+a0​an​=0

Die Zahl m heisst Vielfachheit der Nullstelle x0​, wenn der Faktor (x−x0​)m im Polynom enthalten ist, aber kein weiterer Faktor (x−x0​). In der Faktorform kann man diese Zahl direkt am Exponenten ablesen.

p(x)=(x−x0​)m⋅q(x)q(x0​)=0

Bei ungerader Vielfachheit wechselt p an x0​ das Vorzeichen und der Graph schneidet die x-Achse. Bei gerader Vielfachheit bleibt das Vorzeichen gleich und der Graph berührt die Achse. Je grösser die Vielfachheit, desto flacher verläuft der Graph dort.

Die Polynomdivision zerlegt einen Dividend p(x) in Divisor d(x), Quotient q(x) und Rest r(x). Dabei muss der Grad des Restes kleiner als der Grad des Divisors sein.

p(x)=d(x)⋅q(x)+r(x)deg(r)<deg(d)

Teile jeweils den führenden Term des aktuellen Restpolynoms durch den führenden Term des Divisors, multipliziere zurück und subtrahiere. Ist x0​ eine Nullstelle, so bleibt bei der Division durch (x−x0​) kein Rest. Dadurch sinkt der Grad und weitere Nullstellen werden zugänglich.

p(x0​)=0⟺(x−x0​) ist ein Faktor von p(x)

Für das Verhalten im Unendlichen dominiert allein der Leitterm an​xn. Bei geradem Grad zeigen beide Enden in dieselbe Richtung; bei ungeradem Grad in entgegengesetzte Richtungen. Das Vorzeichen von an​ entscheidet, welches Ende nach oben verläuft.

x→±∞lim​an​xnp(x)​=1

Merke

Faktorform für Nullstellen und Vielfachheiten, Polynomdivision zum Absenken des Grades, Leitterm für die Grenzwerte im Unendlichen.

Das lernst du

  • •Bestimme Grad, Leitkoeffizient und Endverhalten eines Polynoms.
  • •Lies Nullstellen und Vielfachheiten aus der Faktorform ab.
  • •Wechsle gezielt zwischen Normalform und Faktorform und berechne Funktionswerte.

Lernschritt

Beispiele nachvollziehen

Musteraufgabe 1

Einfach

Faktorform auswerten

Untersuche p(x)=(x+1)(x−2)2 auf Grad, Nullstellen und Verhalten an den Nullstellen.

  1. 1Grad

    Die Faktoren haben zusammen Grad 1+2=3.

  2. 2Nullstellen

    x+1=0⇒x=−1(x−2)2=0⇒x=2
  3. 3Vielfachheiten

    Bei x=−1 liegt eine einfache Nullstelle mit Achsenkreuzung vor; bei x=2 eine doppelte mit Berührung.

Ergebnis

p ist kubisch, kreuzt bei −1 und berührt bei 2 die x-Achse.

Musteraufgabe 2

Mittel

Endverhalten aus dem Leitterm

Beschreibe das Endverhalten von q(x)=−2x4+3x2−x+5.

  1. 1Leitterm erkennen

    −2x4
  2. 2Gerader Grad

    Für x→±∞ gilt x4→+∞.

  3. 3Negativer Leitkoeffizient

    x→∞lim​q(x)=−∞x→−∞lim​q(x)=−∞

Ergebnis

Beide Enden des Graphen verlaufen nach unten.

Lernschritt

Selbst rechnen

Aufgabe 1

Einfach

Grad bestimmen

Welchen Grad hat p(x)=−3x5+2x2−7?

Aufgabe 2

Einfach

Funktionswert

Berechne p(2) für p(x)=x3−2x+1.

Aufgabe 3

Einfach

Vielfachheit

Welche Vielfachheit hat die Nullstelle x=3 bei f(x)=2(x+1)(x−3)2?

Aufgabe 4

Einfach

Endverhalten

Wie verhält sich g(x)=4x3−x für x→∞?

Aufgabe 5

Mittel

Grad eines Produktpolynoms

Welchen Grad hat P(x)=(2x3−x+1)(x2+4), nachdem das Produkt vollständig ausmultipliziert wurde?

Aufgabe 6

Mittel

Polynom aus Nullstellen

Gib ein Polynom dritten Grades mit Leitkoeffizient 2 an, das bei x=−1 eine doppelte und bei x=3 eine einfache Nullstelle hat.

Aufgabe 7

Anspruchsvoll

Polynomdivision durch Faktorisieren

Vereinfache den Quotienten x2−1x4−5x2+4​ als Polynom.

Aufgabe 8

Anspruchsvoll

Normiertes Verhalten durch Zusatzbedingung

Bestimme das Polynom kleinsten Grades mit einer einfachen Nullstelle bei −2, einer doppelten Nullstelle bei 1 und dem Funktionswert P(0)=8.